Der Gasreinigungsspezialist ReiCat erhält den Auftrag zur Lieferung von Wasserstoffreinigungsanlagen für den Großelektrolyseur des Energieversorgers EWE. Die 320-Megawatt-Wasserstofferzeugungsanlage am Standort Emden soll ab Ende des Jahres 2027 grünen Wasserstoff im industriellen Maßstab produzieren. Die beauftragten Anlagen sind Teil der technischen Peripherie des Elektrolyseurs und stellen die hohe Gasqualität sicher, die für die Weiterverwendung des erzeugten Wasserstoffs erforderlich ist.
EWE realisiert in Emden eine Großanlage zur Produktion von grünem Wasserstoff. Neben dem Elektrolyseur sind zahlreiche Hilfs- und Nebenanlagen erforderlich, um den Wasserstoff für industrielle Anwendungen nutzbar zu machen. Eine dieser Schlüsselkomponenten sind die Gasreinigungsanlagen von ReiCat. Sie bereiten den elektrolytisch erzeugten Wasserstoff auf eine Reinheit von über 99,999 % auf und ermöglichen damit eine effiziente, sichere Weiterverwendung.
Die Wasserstoffproduktionsanlage in Emden ist das Herzstück des mehrteiligen Großvorhabens „Clean Hydrogen Coastline“, das Erzeugung, Speicherung, Transport und Nutzung von grünem Wasserstoff integriert. Mit einer Leistung von 320 Megawatt wird sie eine der derzeit größten Wasserstofferzeugungsanlagen ihrer Art in Europa sein. Neben der Versorgung von Industrie und Verkehr mit grünem Wasserstoff trägt das Projekt maßgeblich zur Zukunftsfähigkeit der regionalen Energieversorgung bei. EWE leistet mit dem Projekt einen wichtigen Beitrag zum Wasserstoffhochlauf sowie zur Transformation des norddeutschen Energiesystems.
Tobias Moldenhauer, Geschäftsführer der EWE HYDROGEN GmbH, sagt: „Für den industriellen Einsatz von grünem Wasserstoff ist eine konstant hohe Gasqualität entscheidend. Mit den Reinigungsanlagen von ReiCat setzen wir in Emden auf eine erprobte Technologie, die unsere Elektrolyse optimal ergänzt. Die Zusammenarbeit ist ein wichtiger Baustein für den zuverlässigen und sicheren Betrieb unserer Wasserstoffproduktion im industriellen Maßstab.“
Michael Höfling, CEO ReiCat, erklärt: „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit EWE und sind stolz darauf, mit unseren Wasserstoffreinigungsanlagen „Made in Germany“ zu diesem europäischen Leuchtturmprojekt beizutragen. Als Technologiepartner bringen wir unsere über 40-jährige Erfahrung in der Behandlung und Aufbereitung von Wasserstoff ein.“
Die Reinigungsanlagen von ReiCat werden direkt an den Elektrolyseur angebunden und entfernen zuverlässig Restsauerstoff und Feuchtigkeit aus dem Wasserstoff. Eine hohe Gasreinheit ist Voraussetzung für zahlreiche industrielle Anwendungen, für den Einsatz im Verkehrssektor sowie für die Herstellung von Derivaten wie Methanol oder Ammoniak. Auch für den sicheren Transport und die Speicherung von Wasserstoff ist sie unerlässlich.
Mit dem Auftrag unterstreicht EWE die Rolle von ReiCat als etabliertem Technologiepartner für Power-to-X-Großprojekte. Das Unternehmen hat weltweit bereits über 60 Anlagen zur Reinigung von Wasserstoff geliefert.
Zusatz für die Fachpresse:
Das Reinigungsverfahren für Wasserstoff aus Elektrolyse lässt sich folgendermaßen skizzieren: Im ersten Verfahrensschritt wird der im Rohgas enthaltene Sauerstoff mittels eines DeOxo-Katalysators mit Wasserstoff zu Wasser(dampf) umgesetzt. In einem zweiten Schritt erfolgt die Trocknung des Wasserstoffs mittels eines Temperature-Swing-Adsorptionsverfahrens (TSA), bei dem der Wasserdampf kondensiert und als Wasser abgeschieden wird. Nach Abschluss der Reinigung erreicht der Wasserstoff eine Reinheit von > 99,999 % und entspricht damit hochreinem Wasserstoff der Qualität 5.0.
Die Wasserstoffreinigungsanlagen von ReiCat zeichnen sich durch hohe Effizienz, Flexibilität und ein besonders hohes Sicherheitsniveau aus. Die Gasreinigung erfolgt in einem geschlossenen Kreislauf, wodurch Gasverluste sowie Emissionen in die Atmosphäre nahezu vollständig vermieden werden können. Im Vergleich dazu treten bei konventionellen Reinigungsanlagen Verluste und Emissionen von bis zu 3 % auf.
Die ReiCat HighFlex H₂®-Technologie gewährleistet eine konstant hohe Wasserstoffqualität auch bei stark schwankenden Betriebsbedingungen. Die Reinigungsanlage kann flexibel mit Volumenströmen zwischen 5 % und 100 % betrieben werden, ohne Qualitätseinbußen zu verursachen.
Ein zentrales Sicherheitsmerkmal ist das ReiCat HO-Meter, das zuverlässig sicherstellt, dass keine explosionsfähigen Gasgemische in die Reinigungsanlage gelangen.
Eine weitere Besonderheit ist der Einsatz des ReiCat DeHydro: Mit diesem System werden unvermeidlich anfallende Spül- und Emissionsgase katalytisch zu unschädlichem Wasserdampf umgesetzt.
Über EWE:
Als innovativer Dienstleister ist EWE in den Geschäftsfeldern Energie, Telekommunikation und Informationstechnologie aktiv. Mit rund 10.900 Mitarbeitenden und 8,7 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2024 gehört EWE zu den großen Energieunternehmen in Deutschland. Das Unternehmen mit Hauptsitz im niedersächsischen Oldenburg befindet sich überwiegend in kommunaler Hand. Es beliefert im Nordwesten Deutschlands, in Brandenburg und auf Rügen rund 1,4 Millionen Kundinnen und Kunden mit Energie sowie 0,8 Mio. mit Telekommunikationsdienstleistungen. EWE nimmt eine Vorreiterrolle in den Bereichen Versorgungssicherheit, Klimaschutz und digitale Teilhabe ein. Dafür investiert der Konzern in den kommenden Jahren in den Ausbau der Stromnetze, die Erweiterung der Glasfaserinfrastruktur, die Errichtung neuer Windkraftanlagen und ist führend im Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur.
Mehr unter: www.ewe.com
Über ReiCat:
Die ReiCat GmbH mit Sitz in Gelnhausen entwickelt und baut verfahrenstechnische Anlagen zur Reinigung und zum Recycling von technischen Gasen und zur Abluftreinigung. ReiCats patentierte Verfahren sind unter anderem in den Wachstumsmärkten grüner Wasserstoff, CO2-Management, Recycling von Gasen sowie Ablufttechnik im Einsatz. ReiCat ist mit über 600 Anlagen in 61 Ländern weltweit vertreten und zählt alle führenden Hersteller technischer Gase sowie Unternehmen aus den Industrien Chemie, Metallverarbeitung, Lebensmittelproduktion und Energiewirtschaft zu seinen (Stamm-)Kunden.
Bild: Visualisierung der Wasserstoffproduktionsanlage von EWE in Emden (C) EWE
